Die Behandlungen wären wirksamer als die derzeit modernsten Krebsimmuntherapien
Wissenschaftler sind der Entwicklung einer neuen Generation von lichtaktivierten Krebstherapien einen Schritt näher gekommen. Die futuristisch anmutende Behandlung würde durch das Einschalten von LED-Lichtern funktionieren, die in der Nähe eines Tumors angebracht sind und dann eine bestimmte Art von Medikament aktivieren würden.
Diese Behandlungen wären sehr zielgerichtet und wirksamer als die derzeitigen modernen Krebsimmuntherapien, so die Forscher. Die Wissenschaftler der University of East Anglia (UEA) haben Antikörperfragmente zur Bekämpfung von Krankheiten entwickelt, die mit ihrem Ziel verschmelzen und ebenfalls durch Licht aktiviert werden.
Dies deutet darauf hin, dass Immuntherapien in Zukunft so entwickelt werden könnten, dass sie Tumore präziser als je zuvor angreifen. Im Wesentlichen könnten Antikörper durch Lichtstrahlen, die an der Stelle eines Tumors im Körper implantiert werden könnten, aktiviert werden, um Tumorzellen anzugreifen. Dies würde eine effizientere und gezieltere Krebsbehandlung ermöglichen.
Dr. Amit Sachdeva von der Fakultät für Chemie der UEA, leitender Wissenschaftler der Studie, sagte: „Aktuelle Krebsbehandlungen wie Chemotherapie töten Krebszellen ab, aber sie können auch gesunde Zellen im Körper wie Blut- und Hautzellen schädigen.
„Das bedeutet, dass sie Nebenwirkungen wie Haarausfall, Müdigkeit und Unwohlsein hervorrufen können und die Patienten einem erhöhten Infektionsrisiko aussetzen. Aus diesem Grund hat man sich sehr darum bemüht, neue Behandlungen zu entwickeln, die gezielter sind und diese unerwünschten Nebenwirkungen nicht haben“.
Dr. Sachdeva fügte hinzu: „Eine kovalente Bindung ist ein bisschen so, als würde man zwei Plastikteile schmelzen und sie miteinander verschmelzen. Das bedeutet, dass Arzneimittelmoleküle beispielsweise dauerhaft an einem Tumor befestigt werden könnten.
„Wir hoffen, dass unsere Arbeit zur Entwicklung einer neuen Klasse von sehr gezielten, auf Licht reagierenden Biotherapeutika führen wird.
„Dies würde bedeuten, dass Antikörper an der Stelle eines Tumors aktiviert werden könnten und bei Lichtaktivierung kovalent an ihrem Ziel haften.
„Mit anderen Worten, man könnte Antikörper zum Angriff auf Tumorzellen aktivieren, indem man sie mit Licht bestrahlt – entweder direkt auf die Haut, wie im Falle von Hautkrebs, oder mit kleinen LED-Lampen, die an der Stelle eines Tumors im Körper implantiert werden könnten.
„Dies würde eine effizientere und gezieltere Krebsbehandlung ermöglichen, da nur Moleküle in der Nähe des Tumors aktiviert würden und andere Zellen nicht beeinträchtigt würden.
„Dies würde möglicherweise die Nebenwirkungen für die Patienten verringern und auch die Verweildauer der Antikörper im Körper verlängern.
Den Forschern zufolge würde die Therapie bei Krebsarten wie Hautkrebs oder bei soliden Tumoren funktionieren – nicht aber bei Blutkrebsarten wie Leukämie.
Wenn die Forscher in den nächsten Phasen ihrer Arbeit erfolgreich sind, hoffen sie, dass die nächste Generation von lichtaktivierten Immuntherapien in fünf bis zehn Jahren zur Behandlung von Krebspatienten eingesetzt werden kann.


