Die Anschaffungsprämie für Plug-in-Hybride wird abgeschafft, was die Attraktivität dieser Modelle, deren tatsächliche Kraftstoffeffizienz häufig hinter den Erwartungen zurückbleibt, verringern wird. Flottenmanager steigen daher entweder auf Diesel- oder reine Elektrofahrzeuge um. Doch die Auswahl an Modellen wird immer geringer.
Der Verkauf von Firmenwagen macht einen beträchtlichen Teil des Gesamtabsatzes aus, insbesondere bei den deutschen Automobilherstellern. Manche Modelle, wie der Audi A4, werden zu über 80% als Geschäftswagen verkauft. Dieses Übergewicht wird auch in der neuen Welt der Elektroautos fortbestehen, schon allein deshalb, weil Elektrofahrzeuge bei der Dienstwagenbesteuerung bevorzugt werden.
Plug-in-Hybride werden aus dem Förderprogramm gestrichen
Die sogenannte Innovationsprämie oder Umweltprämie für Teilzeit-Elektrofahrzeuge, die aus Steuermitteln finanziert wird, bleibt für Plug-in-Hybride bestehen, wird aber mindestens bis Ende 2022 wegfallen. Dadurch wird die Anschaffung dieser Fahrzeuge teurer. Die erste Reaktion erfolgte sofort: Im Januar 2023 brachen die Zulassungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge ein.
Die Umweltaufschläge für reine Elektrofahrzeuge wurden lediglich gesenkt; sie werden erst ab September 2023 an Privatkäufer gezahlt. Selbst dieses Geld wird möglicherweise nicht mehr lange zur Verfügung stehen, da die EU gerade beschlossen hat, dass ab 2035 nur noch Elektrofahrzeuge als Neuwagen verkauft werden dürfen. Es ist nun schwierig, weitere Subventionen für E-Autos zu rechtfertigen, da alle anderen Technologien schlichtweg verboten werden sollen.
Erwarteter Dieselschub für einige Zeit
„Durch den Wegfall der staatlichen E-Subventionen für gewerbliche Kunden findet ein Umdenken im Fuhrpark statt. Die ermäßigte Dienstwagensteuer von 0,5 Prozent gibt es zwar noch, sie kommt aber nur den Fahrern zugute, nicht den Unternehmen, berichtet die „Automobilwoche“. „. Brancheninsider behaupten, dass sie nun ihre Flottenkriterien ändern und Plug-in-Fahrzeuge wieder auslisten werden. „Ich gehe davon aus, dass der Verbrennungsmotor, insbesondere der Diesel, kurzfristig zurückkehren wird“, sagte Dataforce-Analyst Benjamin Kibies im Gespräch mit der „Automobilwoche“.
Für viele Firmenwagenflotten, die ihre Fahrzeuge alle drei bis vier Jahre ersetzen, ist der EU-Ausstieg aus den Verbrennungsmotoren noch weit entfernt, und auch in der Praxis bietet der Diesel einen echten Vorteil: Da Plug-in-Hybride nur selten geladen werden, ist ihr tatsächlicher Verbrauch oft deutlich höher als angegeben, während der Dieselmotor im Betrieb stets weniger Kraftstoff verbraucht. Mit zunehmender Tageskilometerleistung und sinkenden Ladezeiten auf Reisen ist der Diesel dem Plug-in-Hybrid überlegen.

Die beste Marke für Dieselfahrzeuge ist BMW
Die Auswahl an neuen Dieselmodellen ist jedoch in letzter Zeit deutlich zurückgegangen, da die Hersteller ihren Schwerpunkt auf batteriebetriebene Fahrzeuge verlagert haben. Wenn es um den Ausstieg aus dem Diesel geht, macht Mercedes ebenso wie Audi und Volkswagen Nägel mit Köpfen. Der BMW-Vorstandsvorsitzende Oliver Zipse hat immer wieder betont, dass das Unternehmen weiterhin Verbrennungsmotoren verkaufen wird, solange es einen Markt dafür gibt“. Ein brandneuer Sechszylinder-Dieselmotor für den CX60 SUV wurde kürzlich von Mazda angekündigt, das sich ebenfalls dem Trend widersetzt. Doch angesichts des schnell sinkenden Angebots hat der neue Diesel-Pkw nur noch wenige Jahre Zeit, zumindest bei Pkw und auf EU-Boden.
Analysten prognostizieren ein gutes Jahr für Firmenwagen
Unabhängig davon, ob sie von Verbrennungs- oder Elektromotoren angetrieben werden, könnte 2023 entgegen ersten Rezessionsbefürchtungen ein wirtschaftlich starkes Jahr werden und damit auch den Firmenwagenmarkt beflügeln. Insgesamt rechnet Dataforce für 2023 mit 836.000 Neuzulassungen von gewerblichen Pkw.

Druck aus China ist vorhanden
Da die Konkurrenz auf dem Markt für Elektroautos deutlich größer ist als die für Dieselautos, können die deutschen Hersteller die Gewinne aus ihren Dieselautos vermutlich für Zukunftsinvestitionen nutzen. Abgesehen von Mazda ist die einzige echte Konkurrenz für die verbleibenden Dieselmodelle der deutschen Hersteller die französische Konkurrenz.
Besonders zwei Hersteller haben sich stark etabliert: Der MG4 ist eine konkurrenzfähige Kompaktlimousine von MG, die schnelle Lieferzeiten hat und mehrere tausend Euro günstiger ist als ein Volkswagen ID3, Hyundai Ioniq oder Opel Corsa-e mit gleicher Ausstattung und Leistung. Der MG5 ist als Firmenwagen besonders interessant, weil er derzeit der einzige Kombi ist, der auf dem Elektromarkt erhältlich ist. BYD, ein großer Hersteller von Elektrofahrzeugen in China, hofft ebenfalls, den europäischen Markt zu dominieren. Die Chinesen haben den Auftrag erhalten, Sixt mit Mietwagen zu versorgen.


