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Freitag, Juli 10, 2026
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Apotheker-Verband entrüstet über Lauterbachs Absichten

In einem offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bringt ABDA-Präsidentin Overwiening ihren Unmut über die erste Fassung des so genannten Unterversorgungsgesetzes zum Ausdruck. Der Entwurf zeige, so Overwiening, „Missachtung und Misstrauen“ gegenüber der Apothekerschaft.

Die Apothekerschaft setzte große Erwartungen in das so genannte Versorgungsengpassgesetz des Bundesgesundheitsministeriums, ist aber von dem Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Karl Lauterbach enttäuscht worden. Ab sofort sollen 50 Cent als Engpasspauschale an die Apotheken gegeben werden, was mit dem Mangel an Medikamenten und einem anschließenden Austausch zu begründen ist.

Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, ist darüber wütend und hat am Freitag einen offenen Brief an Karl Lauterbach geschrieben. Darin kritisiert sie Lauterbach und behauptet, sein Vorhaben sei „ein Ausdruck von Respektlosigkeit und Misstrauen gegenüber uns Apothekern“.

Karl Lauterbach, deutscher Gesundheitsminister (SPD)

Die 18.000 Apothekenteams mussten laut Overwiening monatelang Lieferengpässe in Millionenhöhe bewältigen. Dass sie in den letzten drei Jahren bewiesen haben, wie verantwortungsvoll sie damit umgehen konnten, unterstreicht Overwiening.

Ihre 50 Cent dienen nicht einmal mehr als Pflaster

Daher sei der Gesetzentwurf zum Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz ein wunderbarer Hoffnungsschimmer für den Apothekerberuf. Sie sagt: „All diese Erwartungen haben Sie mit diesem Entwurf enttäuscht. Obwohl wir als Pflegende tagein, tagaus für unsere Patienten da sind, lassen Sie uns hängen“, so der offene Brief.

Für sie ist klar, dass die 50 Cent, die als Engpassentschädigung vorgesehen sind, nicht ausreichen, um den Zeit- und Arbeitsaufwand für die Behebung der Lieferprobleme zu decken. Overwiening: „Ihre 50 Cent sind nicht einmal mehr als aufgeklebtes Pflaster zu verstehen, sie sind ein Affront.“

Unvereinbarkeit mit dem Koalitionsvertrag

Lauterbachs Entwurf stehe in direktem Widerspruch zu der im Koalitionsvertrag erwähnten Strategie zur Unterstützung der Präsenzapotheken, so der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. „Die angekündigte Apothekenstärkung wird zu einer weiteren Apothekenschwäche“, betonte Overwiening.

Denn die vom Bundesgesundheitsministerium vorgeschlagene Maßnahme führe zu mehr Bürokratie und verlangsame die Arzneimittelversorgung. Die Lasten würden zu gleichen Teilen auf die Patienten abgewälzt.

ABDA-Präsidentin Gabriele Overwiening

Verhinderung von Apothekenschließungen ist wichtig

In dem Dokument wird auch vor weiteren Schließungen gewarnt: „Mit weiteren Apothekenschließungen wird die Arbeitsbelastung in den verbleibenden Apotheken weiter zunehmen, die Wege für die Erkrankten werden länger, die Wartezeiten verlängern sich und eine flächendeckende Versorgungssicherheit kann nicht mehr gewährleistet werden.“

Nach dem Auslaufen der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung entstehe eine Regelungslücke, heißt es in dem offenen Brief an Gesundheitsminister Lauterbach. Zum Zwecke des Bürokratieabbaus und zur Entlastung der Arztpraxen hat sich nach Ansicht von Overwiening die erleichterte Austauschregelung für Apotheken bewährt und sollte wieder in das Gesetz aufgenommen werden.

Apotheken werden in der gesundheitspolitischen Diskussion thematisiert

Der Entwurf Lauterbachs stößt auf Verwirrung, weil die Apotheken in Krisenzeiten viele enorme Aufgaben hätten übernehmen können: „Vor diesem Hintergrund ist mir unklar, warum Sie das Potenzial, das wir durch unsere Apotheken haben, nicht ausschöpfen, sondern eindämmen“, so Overwiening. In dem offenen Brief wird die Bundesgesundheitsministerin daher aufgefordert, die Apotheken in die gesundheitspolitische Diskussion einzubeziehen.

Es bleibt abzuwarten, ob es zu dem von Overwiening geforderten Vier-Augen-Gespräch mit Lauterbach kommt.

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