Die deutsche Regierung zeigt sich besorgt über die jüngste Verhaftung eines prominenten Umweltaktivisten in Vietnam
Die deutsche Regierung zeigte sich am Mittwoch besorgt über die jüngste Verhaftung einer prominenten Umweltaktivistin in Vietnam und warnte davor, dass ein milliardenschweres Abkommen, das dem Land helfen soll, aus der Kohlenutzung auszusteigen, die Beteiligung von Aktivisten der Zivilgesellschaft erfordert.
Hoang Thi Minh Hong wurde letzte Woche von der Polizei in Ho-Chi-Minh-Stadt festgenommen und unter dem Vorwurf der Steuerhinterziehung vorläufig festgehalten, so das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen unter Berufung auf glaubwürdige Quellen. Demnach ist Hoang der fünfte prominente Umweltaktivist, der in den letzten zwei Jahren in Vietnam wegen angeblicher Steuerhinterziehung festgenommen wurde.
Das Auswärtige Amt erklärte, die Verhaftung von Hoang und anderen sei „ein alarmierendes Signal für zivilgesellschaftliche Akteure im Land sowie für den Umwelt- und Klimaschutz“.
„Wir sehen die Verhaftung auch kritisch im Hinblick auf die bevorstehende Umsetzung der zwischen Vietnam und den G7-Staaten sowie Dänemark und Norwegen vereinbarten Just Energy Transition Partnership (JETP)“, hieß es.
Im Rahmen der Ende 2022 vereinbarten Vereinbarung haben die beiden nordischen Länder und die Gruppe der sieben reichen Industrieländer 15,5 Milliarden Dollar zugesagt, um Vietnam bei der beschleunigten Umstellung von Kohlekraft auf erneuerbare Energien zu unterstützen.
Das Abkommen soll dem südostasiatischen Land dabei helfen, seine Emissionen bis 2050 auf „Netto-Null“ zu reduzieren – ein Ziel, das nach Ansicht von Experten weltweit erreicht werden muss, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen (2,7 Grad Fahrenheit).
Es ist eines von mehreren Abkommen, die Entwicklungsländer und reiche Länder aushandeln, um die globalen Klimaziele zu erreichen. Das erste Abkommen dieser Art wurde 2021 mit Südafrika unterzeichnet, und eine ähnliche Vereinbarung wurde letztes Jahr mit Indonesien getroffen.
Das Auswärtige Amt erklärte, die Einbeziehung der Zivilgesellschaft in den Prozess sei „auf Veranlassung der Bundesregierung ausdrücklich in dem Abkommen mit Vietnam verankert“.
„Klima- und Umweltschützer wie Hoang Thi Minh Hong spielen dabei eine unverzichtbare Rolle“, hieß es.
Deutschland ist selbst in die Kritik geraten, weil die Polizei in jüngster Zeit Razzien gegen Klimaaktivisten durchgeführt hat, die regelmäßig den Verkehr im ganzen Land gestört haben.


