Die deutsche Fluggesellschaft rechnet damit, dass sich ihr Flugbetrieb bis Mittwochabend stabilisiert.
Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa hat Bauarbeiten an einer Bahnstrecke in Frankfurt für einen massiven IT-Ausfall verantwortlich gemacht, der ihren Flugbetrieb weltweit unterbrochen hat.
Die Fluggesellschaft teilte mit, dass die Reparaturarbeiten bis Mittwochnachmittag andauern würden und berief sich dabei auf Informationen, die sie von der Deutschen Telekom erhalten hatte. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich der Flugbetrieb bis zum frühen Abend stabilisiert.
Die Aktien der Lufthansa, zu der auch SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Eurowings gehören, fielen um 11:44 Uhr GMT um 1,25 Prozent. Das lokale Nachrichtenportal Hessenschau berichtete von Störungen der Telekommunikation im Großraum Frankfurt.
Der Frankfurter Flughafen, das Hauptzentrum der Lufthansa, hat alle ankommenden Flüge aufgrund von Kapazitätsproblemen umgeleitet. Auch an anderen Flughäfen hat die Lufthansa nationale und internationale Flüge gestrichen oder verspätet abgefertigt. Fotos und Videos von mehreren deutschen Flughäfen zeigen Tausende von Fluggästen, die auf ihre Abfertigung warten.
In den sozialen Medien berichteten Passagiere, dass das Unternehmen aufgrund des Ausfalls gezwungen war, das Einsteigen in die Flugzeuge mit Stift und Papier zu organisieren und dass es nicht in der Lage war, das Gepäck der Passagiere digital zu bearbeiten.
Bloomberg News berichtete, dass Lufthansa alle Flüge gestrichen habe, doch das Unternehmen konnte dies gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters nicht bestätigen. „Es sind noch Flüge in der Luft, sie werden nicht auf den Boden gebracht“, sagte ein Sprecher des Unternehmens.
Daten der Luftfahrt-Website Flightradar24 zeigten, dass Lufthansa um 10:23 GMT 40 Flüge in der Luft hatte, verglichen mit 105 Flügen der konkurrierenden nationalen Fluggesellschaft Air France und 121 von British Airways.
Der Ausfall des IT-Systems kommt zwei Tage vor den geplanten Streiks an sieben deutschen Flughäfen, die voraussichtlich zu ernsthaften Störungen führen werden, darunter möglicherweise auch bei der Münchner Sicherheitskonferenz, zu der führende Politiker der Welt erwartet werden. Die skandinavische Fluggesellschaft SAS teilte mit, dass sie am Dienstagabend von einem Cyberangriff betroffen war, und forderte ihre Kunden auf, ihre App nicht zu benutzen, erklärte aber später, dass das Problem behoben sei.
Unbekannte Angreifer hatten im Dezember Kabel der Deutschen Bahn gekappt, was als zweiter Sabotageakt gegen die Deutsche Bahn innerhalb weniger Monate angesehen wurde. In den Vereinigten Staaten wurden im vergangenen Monat nach dem Ausfall eines wichtigen Computersystems der Regierung mehr als 1.300 Flüge gestrichen und mehr als 10.000 verspätet abgefertigt.


