Es gibt Einkäufe, die perfekt für das Internet gemacht scheinen.
Ein Buch.
Ein Ladekabel.
Eine Handyhülle.
Bestellen, Paket öffnen, fertig.
Und dann gibt es den Baumarkt.
Ein zwei Meter langes Holzbrett lässt sich schlecht in einen gewöhnlichen Versandkarton legen. Einen schweren Sack Baustoff möchte niemand unbedingt per Paketdienst erhalten. Und bei einer Wandfarbe kann ein Bildschirm nur ungefähr vermitteln, wie sie später tatsächlich im Wohnzimmer aussieht.
Der Baumarkt gehört deshalb zu den interessantesten Bereichen des modernen Einzelhandels.
Denn während Mode, Elektronik und Bücher längst selbstverständlich online gekauft werden, besitzt der stationäre Handel beim Heimwerken weiterhin einen ganz eigenen Wert.
hagebau bewegt sich genau zwischen diesen beiden Welten.
Angefangen hat alles lange vor dem Online-Shopping
Die Geschichte der Marke reicht deutlich weiter zurück als das Internet.
1964 schlossen sich in Soltau 34 Baustoff-Fachhändler zusammen und gründeten einen gemeinsamen Einkaufsverbund. Daraus entwickelte sich die heutige hagebau Kooperation. Mittlerweile gehören ihr rund 350 rechtlich selbstständige Gesellschafter an; insgesamt sind der Gruppe mehr als 1.500 Standorte in Europa angeschlossen.
Das ist ein interessantes Geschäftsmodell.
Denn hagebau ist nicht einfach eine einzige zentral geführte Kette, bei der jede Filiale identisch organisiert sein muss.
Die Kooperation verbindet vielmehr selbstständige Händler unter einer gemeinsamen Struktur.
Damit trifft etwas sehr Traditionelles auf eine Handelswelt, die immer digitaler wird.
Früher begann ein Projekt mit dem Weg zum Baumarkt
Wer vor zwanzig oder dreißig Jahren ein Zimmer renovieren wollte, hatte einen ziemlich klaren Ablauf.
Problem erkennen.
Maße nehmen.
Ins Auto steigen.
Zum Baumarkt fahren.
Durch die Gänge laufen.
Jemanden suchen, der sich auskennt.
Produkte vergleichen.
Zur Kasse gehen.
Und meistens noch einmal zurückfahren, weil irgendeine Kleinigkeit vergessen wurde.
Heute beginnt dasselbe Projekt häufig auf dem Sofa.
Man sucht nach Ideen.
Schaut Videos.
Liest Erfahrungsberichte.
Vergleicht Möglichkeiten.
Berechnet Mengen.
Und weiß teilweise schon ziemlich genau, was benötigt wird, bevor überhaupt ein Baumarkt betreten wurde.
Das Internet hat deshalb nicht nur verändert, wo wir Heimwerkerbedarf kaufen.
Es hat verändert, wann der Einkauf überhaupt beginnt.
Google ist zum ersten Gang im Baumarkt geworden
Die erste Frage lautet heute oft nicht mehr:
„Wo ist der nächste Baumarkt?“
Sondern:
„Wie mache ich das eigentlich?“
Wie streicht man Fliesen?
Wie baut man ein Hochbeet?
Welche Wandfarbe passt zu einem kleinen Raum?
Wie viel Material brauche ich?
Kann ich das selbst machen?
Erst danach kommt die Frage nach dem Einkauf.
Das erklärt auch, warum Baumarkt-Websites heute weit mehr sein müssen als digitale Produktregale.
Auf hagebau.de gehören beispielsweise Ratgeber und Inspiration inzwischen ebenso zum Auftritt wie der eigentliche Shop.
Damit verschiebt sich die Rolle des Händlers.
Er möchte nicht erst auftauchen, wenn der Kunde weiß, was er kaufen will.
Sondern bereits dann, wenn dieser überlegt, was er überhaupt machen möchte.
DIY ist längst auch Lifestyle
Heimwerken hatte früher häufig einen ziemlich pragmatischen Ruf.
Etwas ist kaputt.
Also repariert man es.
Heute steckt oft mehr dahinter.
Auf Instagram, Pinterest, YouTube und TikTok werden Wohnungen umgestaltet, Möbel restauriert und Balkone in kleine Gärten verwandelt.
Aus Renovierung wird Content.
Aus Heimwerken wird Hobby.
Und aus einem einfachen Regal kann plötzlich ein komplettes Wochenendprojekt entstehen.
Diese Entwicklung hat Baumärkte verändert.
Sie verkaufen nicht mehr nur die Lösung für ein Problem.
Sie bewegen sich zunehmend in einer Welt aus Inspiration, Wohnen und persönlichem Stil.
Gleichzeitig hat sich unser Verhältnis zum Zuhause verändert
Die vergangenen Jahre haben zusätzlich gezeigt, wie wichtig die eigene Wohnung für viele Menschen geworden ist.
Homeoffice hat Wohnräume teilweise zu Arbeitsplätzen gemacht.
Steigende Wohnkosten sorgen dafür, dass ein Umzug nicht immer die erste Lösung ist, wenn mehr Komfort gewünscht wird.
Stattdessen wird verändert, was bereits vorhanden ist.
Ein Raum bekommt eine andere Farbe.
Der Balkon wird besser genutzt.
Ein Arbeitsbereich entsteht.
Der Garten wird umgestaltet.
Oder alte Möbel werden nicht ersetzt, sondern überarbeitet.
Damit bekommt DIY auch eine finanzielle Komponente.
Selbermachen kann eine Möglichkeit sein, das eigene Zuhause zu verändern, ohne jede Arbeit vollständig an externe Dienstleister abzugeben.
Doch Heimwerken ist nicht automatisch günstig
Das ist allerdings eine kleine Falle.
Wer DIY-Videos anschaut, bekommt schnell den Eindruck, ein Projekt koste fast nichts.
Ein paar Bretter.
Etwas Farbe.
Ein Wochenende Arbeit.
Fertig.
In der Realität wächst die Einkaufsliste erstaunlich schnell.
Material.
Werkzeug.
Schrauben.
Schleifpapier.
Schutzmaterial.
Vielleicht noch ein Gerät, das für einen einzigen Arbeitsschritt benötigt wird.
Und dann fehlt natürlich genau die eine Kleinigkeit, wegen der man noch einmal losfahren muss.
Deshalb lohnt sich bei Heimwerkerprojekten eine Sache besonders:
vorher planen.
Nicht erst im Baumarkt entscheiden, was das Projekt eigentlich werden soll.
Online und offline sind beim Baumarkt keine Gegner
Genau hier unterscheidet sich die Branche von vielen anderen Bereichen des Einzelhandels.
Beim Buchhandel kann eine Online-Bestellung den Ladenbesuch vollständig ersetzen.
Beim Baumarkt ergänzen sich beide Wege häufig besser.
Online lässt sich recherchieren und vorbereiten.
Vor Ort kann man Materialien tatsächlich sehen, Größen einschätzen oder Beratung suchen.
hagebau verbindet diese Bereiche inzwischen ebenfalls: Auf der Website werden unter anderem Möglichkeiten zur Online-Reservierung und Abholung in teilnehmenden Märkten angeboten.
Das ist wahrscheinlich näher an der Zukunft des Baumarkts als die Vorstellung, dass irgendwann jedes Stück Holz ausschließlich per Paketdienst kommt.
Der Baumarkt wird zum hybriden Einkaufsort
Im Handel wird dafür gern der Begriff „Omnichannel“ verwendet.
Für Kunden bedeutet er eigentlich etwas sehr Einfaches:
Man möchte nicht darüber nachdenken müssen, welcher Verkaufskanal gerade zuständig ist.
Online informieren.
Im Markt anschauen.
Vielleicht dort kaufen.
Oder online bestellen und abholen.
Das Smartphone wird dabei zum Bindeglied zwischen Sofa und Ladenregal.
Gerade bei größeren Projekten ist das praktisch.
Denn niemand möchte nach einer halben Stunde Autofahrt feststellen, dass etwas Entscheidendes nicht verfügbar ist.
Trotzdem bleibt der physische Baumarkt besonders
Es gibt noch einen anderen Grund, warum Baumärkte wahrscheinlich nicht so schnell aus unseren Städten verschwinden werden.
Sie sind ungewöhnlich haptisch.
Holz möchte man anfassen.
Farben möchte man sehen.
Bei Werkzeugen interessieren Größe und Gewicht.
Bei Gartenmaterialien spielen Abmessungen eine Rolle.
Und manchmal weiß man schlicht nicht, wie das benötigte Teil heißt.
Dann ist es erstaunlich hilfreich, mit einem alten kaputten Gegenstand in der Hand vor einem Mitarbeiter zu stehen und zu sagen:
„Ich brauche so etwas.“
Das lässt sich digital nur schwer vollständig ersetzen.
Nachhaltigkeit verändert ebenfalls das Heimwerken
Gleichzeitig bekommt DIY eine neue Bedeutung.
Reparieren statt wegwerfen.
Aufarbeiten statt neu kaufen.
Dämmen statt dauerhaft mehr Energie verbrauchen.
Wasser im Garten bewusster nutzen.
Alte Möbel verändern statt ersetzen.
Nicht jedes Heimwerkerprojekt ist automatisch nachhaltig. Auch Renovierungen verbrauchen Materialien und Ressourcen.
Aber die Grundidee des Reparierens erlebt eine interessante Renaissance.
Gerade in einer Konsumwelt, in der vieles schnell ersetzt wird, kann Selbermachen eine Gegenbewegung darstellen.
Energetische Sanierung macht den Baumarkt politischer
Noch deutlicher wird die Verbindung zwischen Alltag und Politik beim Thema Energie.
Dämmung.
Heizung.
Fenster.
Energieeffizienz.
Photovoltaik.
Viele Entscheidungen rund ums Haus sind inzwischen nicht mehr nur persönliche Wohnfragen.
Sie hängen auch mit Energiepreisen, Klimapolitik, gesetzlichen Vorgaben und staatlichen Förderprogrammen zusammen.
hagebau verweist im Rahmen seiner Unternehmensangebote beispielsweise selbst auf Unterstützung bei der Suche nach Fördermöglichkeiten für energetische Sanierungsprojekte.
Damit bewegt sich der klassische Baumarkt plötzlich in einem Bereich, der weit über Hammer und Bohrmaschine hinausgeht.
Gutscheine passen vor allem zu geplanten Projekten
Auch Rabatte funktionieren beim Heimwerken etwas anders als bei spontanem Fashion-Shopping.
Wer ohnehin ein Projekt plant, kann mit einem Rabatt tatsächlich einen relevanten Betrag sparen.
Wer dagegen nur wegen eines Gutscheins ein neues Projekt beginnt, hat die Idee des Sparens vermutlich ein wenig missverstanden.
Deshalb ist die Reihenfolge entscheidend:
Erst überlegen, was gemacht werden soll.
Dann planen, was tatsächlich benötigt wird.
Und anschließend Preise und mögliche Aktionen prüfen.
Wer bereits einen Einkauf plant, kann dabei beispielsweise schauen, ob aktuell ein passender hagebau Gutschein oder eine Aktion verfügbar ist.
Der Rabatt sollte also nicht das Projekt erzeugen.
Er sollte höchstens ein ohnehin geplantes Projekt günstiger machen.
Die teuersten Fehlkäufe entstehen oft ohne Planung
Gerade beim Heimwerken gibt es eine besondere Form des Fehlkaufs.
Werkzeuge, die genau einmal verwendet werden.
Material, von dem viel zu viel gekauft wurde.
Farben, die im Raum völlig anders wirken als erwartet.
Oder Zubehör, das zum vorhandenen System nicht passt.
Das Problem ist nicht immer mangelnde Qualität.
Oft fehlt schlicht Vorbereitung.
Ein paar Minuten Messen können mehr Geld sparen als ein Rabattcode.
Eine Materialliste ebenfalls.
Und manchmal ist Ausleihen sinnvoller als Kaufen.
Auch das gehört zur modernen DIY-Kultur: Nicht jedes Werkzeug muss dauerhaft im eigenen Keller liegen.
hagebau steht damit exemplarisch für einen größeren Wandel
Die Marke ist heute interessant, weil ihre Geschichte zwei sehr unterschiedliche Handelswelten verbindet.
1964 begann hagebau als Kooperation von Baustoffhändlern.
Heute gehören IT, Logistik und E-Commerce ausdrücklich zu den zentralen Leistungen der Gruppe, während der Online-Shop von hagebau connect betrieben wird.
Dazwischen liegen mehr als sechs Jahrzehnte Veränderung im Handel.
Der Einkaufszettel wurde zum Smartphone.
Der Katalog zur Website.
Die Fahrt zum Baumarkt beginnt teilweise mit einer Google-Suche.
Und trotzdem bleibt vieles erstaunlich analog.
Am Ende muss jemand die Wand tatsächlich streichen.
Das Regal zusammenschrauben.
Den Garten umgestalten.
Oder feststellen, dass die Schraube doch zwei Zentimeter zu kurz ist.
Vielleicht ist genau deshalb der Baumarkt ein so interessantes Beispiel für die Digitalisierung des Handels.
Das Internet kann den Einkauf verändern – aber das Heimwerken selbst bleibt am Ende erstaunlich real.

