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Landal: Warum Urlaub in der Nähe plötzlich wieder attraktiv ist

Freitag, 16 Uhr.

Laptop zu.

Tasche ins Auto.

Zwei Stunden später sitzt man auf einer Terrasse zwischen Bäumen.

Kein Flughafen.

Keine Sicherheitskontrolle.

Keine Gepäckwaage.

Keine Frage, ob der Koffer tatsächlich noch als Handgepäck durchgeht.

Und vor allem:

kein kompletter Urlaubstag, der eigentlich nur aus Anreise besteht.

Lange galt eine ziemlich einfache Vorstellung:

Je weiter weg, desto mehr Urlaub.

Mallorca klang aufregender als die Eifel.

Thailand beeindruckender als die Nordsee.

Ein Wochenende im Wald konnte dagegen schnell nach einer etwas langweiligen Notlösung klingen.

Doch diese Vorstellung verändert sich.

Kurzurlaub, Naturreisen und Ferienziele, die mit dem Auto oder der Bahn erreichbar sind, passen erstaunlich gut zu einer Zeit, in der viele Menschen zwar verreisen möchten, aber nicht jedes Mal eine große internationale Reise organisieren wollen.

Genau in diesem Bereich bewegt sich Landal.

Und die Geschichte der Marke zeigt gleichzeitig, wie sich der klassische Ferienpark verändert hat.

Die Idee ist wesentlich älter als Instagram und Airbnb

Ferienparks wirken manchmal wie eine relativ moderne Form des Tourismus.

Tatsächlich reicht die Geschichte von Landal bis in die 1950er-Jahre zurück.

1954 wurde in den Niederlanden der Ferienpark Rabbit Hill gekauft. Ursprünglich sollte er unter anderem Mitarbeitern des damaligen Eigentümers zur Verfügung stehen. Weil die Anlage dafür zu groß war, wurden Bungalows auch an andere Gäste vermietet.

Das funktionierte.

Weitere Parks folgten.

Der Name Landal selbst entstand später: 1996 wurden die Freizeitaktivitäten verkauft und anschließend unter der Marke Landal weitergeführt.

Was damals funktionierte, wirkt heute plötzlich wieder erstaunlich zeitgemäß:

Eine eigene Unterkunft.

Natur vor der Tür.

Mehr Platz als in einem klassischen Hotelzimmer.

Und trotzdem muss niemand ein Ferienhaus irgendwo im Nirgendwo besitzen.

Urlaub hat ein Zeitproblem bekommen

Geld ist beim Reisen natürlich wichtig.

Aber vielleicht ist Zeit inzwischen fast genauso entscheidend.

Wer sieben Tage Urlaub hat und jeweils einen halben oder ganzen Tag für An- und Abreise benötigt, verliert einen relevanten Teil seiner freien Zeit.

Bei einem verlängerten Wochenende wird das noch deutlicher.

Drei freie Tage.

Davon acht Stunden unterwegs?

Plötzlich sieht die Rechnung anders aus.

Genau deshalb verändert sich die Definition eines attraktiven Reiseziels.

Nicht nur:

Wie schön ist es dort?

Sondern auch:

Wie schnell bin ich dort?

Ein Ort, der zwei Stunden entfernt liegt, kann für ein Wochenende attraktiver sein als ein spektakuläreres Ziel, das einen Flug und mehrere Transfers verlangt.

Der Ferienpark passt erstaunlich gut zum Kurzurlaub

Hier besitzt das Konzept einen strukturellen Vorteil.

Man fährt hin.

Bezieht eine Unterkunft.

Und muss danach nicht zwangsläufig jeden Tag ein großes Programm organisieren.

Gerade Familien kennen das Problem des überorganisierten Urlaubs.

Montag Freizeitpark.

Dienstag Museum.

Mittwoch Ausflug.

Donnerstag Stadtbesichtigung.

Freitag merkt plötzlich jemand:

Wir wollten uns eigentlich erholen.

Ein Urlaub in der Natur funktioniert anders.

Spazieren.

Fahrrad fahren.

Lesen.

Kochen.

Vielleicht einen Ausflug machen.

Oder eben einmal gar nichts.

Das klingt nicht spektakulär.

Und genau darin liegt möglicherweise der Reiz.

Wir sind im Alltag bereits ständig beschäftigt

Der moderne Alltag besitzt erstaunlich wenig Leerlauf.

Arbeit.

Nachrichten.

Social Media.

Streaming.

Termine.

E-Mails.

WhatsApp-Gruppen.

Selbst Freizeit wird organisiert.

Sportkurs.

Restaurantreservierung.

Konzert.

Wochenendplanung.

Der Urlaub wird dann manchmal zur Fortsetzung dieses Systems mit schönerer Kulisse.

Deshalb wird eine andere Form des Reisens interessant:

Nicht möglichst viel erleben.

Sondern für einige Tage weniger müssen.

Landal selbst greift diese Entwicklung inzwischen sogar in seiner Markenkommunikation auf. Nach der Zusammenführung mit Roompot startete das Unternehmen Ende 2025 eine Kampagne, die bewusst das Zurücktreten vom vollen Alltag und Zeit für das Wesentliche in den Mittelpunkt stellt.

Das ist natürlich Marketing.

Aber es funktioniert gerade deshalb, weil dahinter ein reales Lebensgefühl steckt.

Natur ist plötzlich wieder Luxus

Das ist eigentlich ziemlich ironisch.

Über Jahrzehnte bestand Luxusurlaub aus Dingen, die möglichst weit von Natur entfernt waren.

Große Hotels.

Marmor.

Klimaanlage.

Buffet.

Pool.

Service rund um die Uhr.

Heute kann Luxus plötzlich anders aussehen.

Ruhe.

Ein Waldweg.

Ein See.

Keine Autos vor dem Fenster.

Morgens eine Tür öffnen und draußen stehen.

Natur ist selbstverständlich nicht neu.

Aber ihre Bedeutung verändert sich in einer Gesellschaft, in der immer mehr Alltag vor Bildschirmen stattfindet.

Je digitaler unser Leben wird, desto wertvoller können analoge Erfahrungen wirken.

Besonders für Kinder ist das interessant

Für Erwachsene bedeutet Natur vielleicht Ruhe.

Für Kinder bedeutet sie häufig das Gegenteil.

Raus.

Fahrrad.

Wald.

Wasser.

Matsch.

Tiere.

Bewegung.

Ein Ferienhaus oder Ferienpark verändert dabei auch den Familienalltag.

In einem klassischen Hotelzimmer befinden sich Eltern und Kinder häufig permanent im selben Raum.

Eine Unterkunft mit mehreren Bereichen schafft dagegen etwas, das im Familienurlaub überraschend wertvoll sein kann:

Abstand.

Kinder können früher schlafen.

Eltern müssen nicht um 20:30 Uhr flüsternd im Dunkeln sitzen und auf ihren Smartphones scrollen.

Man kann selbst kochen.

Und der Tagesablauf muss sich weniger nach Restaurantzeiten richten.

Dafür muss man im Urlaub plötzlich wieder Dinge selbst machen

Natürlich besitzt diese Freiheit eine Kehrseite.

Ein Ferienhaus ist kein Hotel.

Niemand bringt automatisch Frühstück.

Geschirr verschwindet nicht magisch.

Der Kühlschrank füllt sich nicht selbst.

Und irgendwann stellt jemand fest, dass Toilettenpapier tatsächlich ein Thema sein kann.

Für manche Menschen ist genau das angenehm.

Sie möchten unabhängig sein.

Andere möchten im Urlaub möglichst wenig Haushalt sehen.

Deshalb gibt es auch beim Reisen keine objektiv beste Unterkunft.

Ein Ferienpark kann perfekt für eine Familie sein und völlig ungeeignet für jemanden, der eine Woche lang ausschließlich Hotelservice möchte.

Der Trend zur Selbstversorgung hat trotzdem etwas verändert

Ferienwohnungen und Ferienhäuser haben unsere Vorstellung vom Urlaub stark beeinflusst.

Reisende erwarten heute häufiger:

mehr Platz,

mehr Privatsphäre,

eine Küche,

flexiblere Tagesabläufe.

Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen verschiedenen Unterkunftsformen.

Der klassische Ferienpark ist nicht mehr zwangsläufig eine Ansammlung identischer kleiner Bungalows.

Auch Landal hat sich in diese Richtung entwickelt und umfasst nach der Zusammenführung mit Roompot heute sehr unterschiedliche Ferienstandorte in mehreren europäischen Ländern. Das Unternehmen spricht für 2026 von Millionen Gästen pro Jahr und mehr als 200 Urlaubsdestinationen.

Interessanter als die genaue Zahl ist allerdings die Entwicklung dahinter.

Der Ferienpark versucht heute, wesentlich unterschiedliche Reisende anzusprechen als früher.

Auch Roompot heißt inzwischen Landal

Genau hier befindet sich die Marke gerade in einer ungewöhnlichen Phase.

2023 wurde Landal von Roompot übernommen. Anschließend begann die Integration beider Unternehmen.

Seit 2025 wird diese Zusammenführung auch für Gäste deutlich sichtbar: Die bisherigen Marken Landal GreenParks und Roompot werden schrittweise unter dem gemeinsamen Namen Landal vereint.

Damit entsteht eine der größeren Ferienparkmarken Europas.

Für Verbraucher bedeutet das vor allem, dass ein Name künftig für Standorte steht, die früher unter unterschiedlichen Marken auftraten.

Aus Unternehmenssicht steckt dahinter allerdings ein interessanter Trend.

Auch die Ferienparkbranche konsolidiert sich.

Tourismus wird zunehmend von großen Plattformen geprägt

Das kennt man bereits aus anderen Bereichen.

Hotels werden über große Buchungsplattformen gefunden.

Ferienwohnungen über internationale Portale.

Flüge über Vergleichsseiten.

Die Marke des einzelnen Hotels tritt dabei teilweise in den Hintergrund.

Ferienparks funktionieren etwas anders.

Hier kann die Marke selbst stärker Teil der Entscheidung sein.

Wer mit einer bestimmten Art von Urlaub gute Erfahrungen gemacht hat, sucht beim nächsten Mal vielleicht nicht zuerst nach einem konkreten Hotel.

Sondern nach einem anderen Standort derselben Ferienparkmarke.

Die Kombination aus Wiedererkennbarkeit und unterschiedlichen Reisezielen ist deshalb wirtschaftlich interessant.

Trotzdem entscheidet am Ende die Lage

Das beste Ferienhaus hilft wenig, wenn niemand an den Ort möchte.

Und gerade beim Natururlaub ist die Umgebung ein großer Teil des Produkts.

Meer.

Wald.

Berge.

See.

Wanderwege.

Fahrradrouten.

Der Standort bestimmt, was ein Urlaub sein kann.

Das erklärt auch, warum Landal seine Positionierung stark mit Natur verbindet. Nach der Integration mit Roompot sieht sich das Unternehmen als europäischer Anbieter von Urlaub in naturnahen Destinationen.

Das passt wiederum zum größeren Trend des näheren Reisens.

Denn Natur braucht keinen Langstreckenflug.

Deutschland kann überraschend exotisch sein

Das vergisst man leicht.

Wer an Urlaub denkt, schaut häufig zuerst ins Ausland.

Dabei können sich Landschaften innerhalb weniger hundert Kilometer komplett verändern.

Nordseeküste.

Ostsee.

Harz.

Eifel.

Mosel.

Sauerland.

Alpenrand.

Seenlandschaften.

Für einen Kurzurlaub ist diese Vielfalt besonders interessant.

Man braucht nicht zwingend 14 Tage.

Manchmal reichen drei oder vier.

Das verändert wiederum die Häufigkeit des Reisens.

Statt eines einzigen großen Jahresurlaubs können mehrere kleinere Auszeiten entstehen.

Der klassische Jahresurlaub zerfällt in kleinere Reisen

Auch das ist ein moderner Reisetrend.

Zwei Wochen Sommerurlaub verschwinden natürlich nicht.

Aber daneben entstehen Wochenendtrips.

Vier Tage im Frühjahr.

Ein verlängertes Wochenende im Herbst.

Ein paar Tage über Silvester.

Vielleicht ein spontaner Aufenthalt während der Schulferien.

Für Anbieter von Ferienparks ist diese Entwicklung interessant, weil sie weniger stark von einem einzigen Sommerzeitraum abhängig sein können.

Wald funktioniert im Herbst.

Küste im Winter.

Berge im Frühjahr.

Und ein Ferienhaus benötigt nicht zwingend 30 Grad und Sonnenschein, damit der Aufenthalt funktioniert.

Das Wetter bleibt allerdings der große Unsicherheitsfaktor

Wer einen Natururlaub in Deutschland oder den Niederlanden bucht, kauft schließlich keine Wettergarantie.

Es kann regnen.

Lange.

Sehr lange.

Der Vorteil einer eigenen Unterkunft liegt dann darin, dass schlechtes Wetter weniger dramatisch sein kann als bei einem Urlaub, dessen gesamte Planung aus Strand besteht.

Trotzdem lohnt sich vor der Buchung die Frage:

Was machen wir dort, wenn das Wetter drei Tage schlecht ist?

Wenn die einzige Antwort „hoffentlich scheint die Sonne“ lautet, könnte die Reiseplanung noch etwas Arbeit vertragen.

Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine größere Rolle

Kurze Anreise bedeutet nicht automatisch nachhaltigen Urlaub.

Auch Ferienanlagen verbrauchen Energie, Wasser und Fläche.

Anreise mit dem Auto verursacht Emissionen.

Und touristische Entwicklung kann Natur belasten.

Trotzdem hat die Distanz einen erheblichen Einfluss auf die Klimabilanz einer Reise – insbesondere wenn dadurch ein Flug ersetzt wird.

Landal versucht Nachhaltigkeit zugleich stärker in seiner Positionierung zu verankern. Die Parks sind laut Unternehmen Green-Key-zertifiziert; 2026 wurde Landal in den Niederlanden im Sustainable Brand Index zum neunten Mal in Folge als nachhaltigste wahrgenommene Marke der Kategorie Ferienparks ausgezeichnet. Dabei handelt es sich ausdrücklich um die Wahrnehmung befragter Verbraucher und nicht um eine unabhängige Messung der tatsächlichen Gesamtumweltbilanz.

Diese Unterscheidung ist wichtig.

„Natururlaub“ und „nachhaltiger Urlaub“ sind nicht automatisch dasselbe.

Auch beim nahen Urlaub lohnt sich Preisvergleich

Ein weiterer Mythos lautet:

Wenn man nicht fliegt, wird der Urlaub automatisch günstig.

Nicht unbedingt.

Ferienhäuser können in Ferienzeiten teuer sein.

Besonders beliebte Regionen ebenfalls.

Dazu kommen Anreise, Verpflegung und mögliche Aktivitäten.

Wer mit mehreren Personen reist, sollte deshalb nicht nur den Gesamtpreis der Unterkunft betrachten.

Interessanter ist:

Was kostet die Reise pro Person und Tag?

Bei einer Familie kann eine größere Unterkunft plötzlich wirtschaftlicher wirken als mehrere Hotelzimmer.

Bei einem Paar kann die Rechnung genau andersherum aussehen.

Gutscheine sollten auch hier nicht das Reiseziel bestimmen

Das gilt genauso für Rabatte.

Eine Reise ist kein Produkt, das man nur wegen eines Gutscheincodes kaufen sollte.

Zuerst sollte klar sein:

Wann können wir reisen?

Welche Region passt?

Wie weit möchten wir fahren?

Was möchten wir dort machen?

Welche Unterkunft brauchen wir wirklich?

Erst danach lohnt sich der Blick auf den Preis.

Wer sich ohnehin für einen Aufenthalt bei Landal entschieden hat, kann anschließend beispielsweise prüfen, ob aktuell ein passender Landal Gutschein oder eine Aktion verfügbar ist.

Dann macht der Rabatt eine bereits passende Reise möglicherweise günstiger.

Er erfindet nicht erst einen Urlaub, den man vorher gar nicht geplant hatte.

Vielleicht müssen wir Urlaub generell neu denken

Die interessanteste Entwicklung rund um Ferienparks ist deshalb größer als Landal selbst.

Es geht um die Frage, was wir eigentlich von einer Reise erwarten.

Muss Urlaub spektakulär sein?

Muss man weit weg?

Muss jeder Tag etwas bieten, das später auf Instagram gut aussieht?

Oder kann Urlaub auch einfach bedeuten:

spät frühstücken,

durch einen Wald laufen,

mit den Kindern Fahrrad fahren,

ein Buch lesen,

abends gemeinsam kochen

und für ein paar Tage nicht besonders viel vorhaben?

In einer Gesellschaft, in der Aufmerksamkeit permanent beansprucht wird, kann genau das erstaunlich attraktiv sein.

Landal passt damit in einen ziemlich modernen Reisetrend

Das Interessante ist, dass die Grundidee dahinter überhaupt nicht modern ist.

Die Geschichte reicht bis 1954 zurück.

Ein Haus.

Natur.

Zeit.

Menschen, mit denen man gerne zusammen ist.

Mehr braucht das Konzept eigentlich nicht.

Modern geworden ist lediglich alles drumherum.

Wir entdecken den Ort online.

Vergleichen Bewertungen.

Prüfen die Route auf dem Smartphone.

Buchen digital.

Und vielleicht suchen wir sogar vorher auf Instagram nach dem besten Wanderweg.

Doch sobald die Tür des Ferienhauses aufgeht, funktioniert der Urlaub wieder nach einer ziemlich alten Logik.

Rausgehen.

Zeit haben.

Nicht ständig irgendwohin müssen.

Vielleicht liegt genau darin die neue Attraktivität des Urlaubs in der Nähe.

Wir haben jahrzehntelang gelernt, dass Reisen vor allem bedeutet, möglichst weit wegzukommen.

Jetzt entdecken manche Menschen, dass Erholung manchmal schon dort beginnt, wo die Anreise endlich wieder kurz genug ist, um nicht selbst Teil des Stresses zu werden.

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